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WordPress: mächtiges CMS oder schlanke Blogsoftware?

WordPress

Vor etwas mehr als zehn Jahren startete WordPress als Blogsoftware und hat sich inzwischen zu einem Allround-CMS entwickelt. Heute hat WordPress einen CMS-Marktanteil von mehr als 50% und wird von 20% aller Websites weltweit eingesetzt. Schon werden Stimmen laut, die WordPress für Blogs, kleine und sogar für mittlere Websites für überdimensioniert halten. Ist das so?

In einem Artikel von t3n vom 04.05.2013 schreibt der Autor über WordPress:

Es war klein, kompakt, schick und wurde konsequent weiterentwickelt. Inzwischen allerdings ist selbst WordPress zu einem relativ großen, komplexen und schwerfälligen CMS verkommen, so dass es heute definitiv wieder Bedarf für Alternativen gibt.

Mal ganz abgesehen davon, dass WordPress niemals schicker war und niemals konsequenter weiterentwickelt wurde als heute – ist WordPress tatsächlich komplex und schwerfällig geworden? Ironischerweise verlinkt das „relativ großen, komplexen und schwerfälligen CMS verkommen“ auf einen anderen t3n-Artikel, in dem es heißt:

Nicht nur offensichtliche Blogs verwenden das kleine und kompakte System im Hintergrund.

Ja, auch hier ist die Rede von WordPress. Zwischen den Artikeln liegt nicht mal ein Jahr. So groß war der Sprung von WordPress 3.4.1 auf 3.5.1 (aktuell) nun wirklich nicht.

Gibt es mehrere „WordPress“?

Sogar viele.

Es gibt schlanke Blog-Themes, welche WordPress als schlanke Blogsoftware belassen – nicht mehr und nicht weniger. Ein Logo kann man noch hochladen, vielleicht noch ein Hintergrundbild, Farben anpassen und Schriftarten wählen. Ansonsten: bloggen.

Es gibt mächtige Business-Themes, welche WordPress zu einem mächtigen CMS machen – mit unzähligen Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten, Custom Post Types für Slider, Infoblöcke, Portfolio, Feedback, Promotions und mehr, und zahlreichen zusätzlichen Widgets.

Es gibt Installationen, die mit 5 Plugins auskommen, und welche, in denen 25 installiert sind. Es gibt Installationen, die mit 25 Plugins noch übersichtlich sind und welche, die fast undurchschaubar geworden sind.

Alles dreht sich um Themes (und Plugins)

Ein WordPress-Theme ist nicht nur Design, es bringt auch Features mit. Die Wahl des richtigen Themes ist also entscheidend für die Nutzung und auch das Nutzererlebnis.

Ohne Frage gibt es Theme-Anbieter, die WordPress regelrecht unverschämt zur reinsten Usability-Katastrophe machen, in der schon der Austausch eines Textblocks zum Spießrutenlauf wird. Da kann man dann auch tatsächlich gleich Typo3 wählen.

Es gibt allerdings auch Theme-Anbieter, die WordPress um zahlreiche Funktionen erweitern, das System aber trotzdem so belassen, wie es ist: nämlich einfach und intuitiv. Besonders hervorzuheben sind neuere Themes mit modularem Aufbau, bei denen man sich zum Beispiel Startseiten per Drag & Drop so zusammenschieben kann, wie man sie braucht. Wie man das von Menüs und Widgetbereichen kennt.

Dementsprechend erschreckend, oder aber erfreulich kann WordPress sein. In dieser Diskrepanz sehe ich tatsächlich ein Problem, jeder Theme-Anbieter kocht sein eigenes Süppchen. Es fehlen offizielle Usability-Guidelines, die auch eingehalten werden. Kompetente Beratung spielt eine immer größere Rolle.

Selbstverständlich kann man sich ein Theme auch komplett für den eigenen Bedarf programmieren lassen, was den Vorteil hat, dass WordPress mit nichts aufgebläht wird, was man nicht braucht. Aber auch diesen Vorteil erkennen Theme-Anbieter zunehmend und lagern Features in optionale Plugins aus. Man installiert nur, was man braucht. Sind die Plugins nahtlos und intuitiv integriert, leidet die Usability nicht.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf meinen Artikel Dashboard-Optionen: WordPress individualisieren hinweisen, in dem erklärt wird, wie man unbenötigte Elemente ausblenden kann.

Alles ist möglich

Ich bin nicht der Ansicht, dass man für Blogs oder kleine Websites auf Mini-CMS zählen sollte. Websites entwickeln sich weiter. Aus einem kleinen Blog kann einmal ein Magazin werden, oder gar ein soziales (Nischen-) Netzwerk. Aus einer kleinen Corporate Website kann einmal ein Online-Shop werden. Wer weiß? Mit WordPress ist das alles möglich.

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