Ist WordPress langsam?

Normalerweise nicht. WordPress ist trotz seiner gewachsenen Codebasis leichtgewichtig. Aber mit schwergewichtigen Themes und Plugins lässt sich WordPress nach Belieben ausbremsen, besonders durch ungünstige Kombinationen.

Zahlen aus der Praxis: Die Demo des aktuellen Standard-Themes Twenty Twenty-Five lädt in 0,6 Sekunden. wp-agentur.de setzt auf einen Page Builder und zwölf teils umfangreiche Plugins und kommt trotzdem auf 0,5 Sekunden (ohne Performance-Plugin wäre es rund 1 Sekunde). Selbst eine Astra-Demo mit Elementor und WooCommerce landet bei nur 1 Sekunde. Auf besonders schweren Websites kann man Ladezeiten von bis zu 2-3 Sekunden (alles darüber ist meist schon nicht mehr normal) mit Optimierung oft noch auf unter eine Sekunde bringen.

Die wichtigste Regel: nie etwas Überdimensioniertes verwenden. Manche Themes und Plugins sind für ihre Ladezeiten berüchtigt, oft ausgerechnet Topseller. Zu praktisch jedem dieser Platzhirsche gibt es eine schnelle Alternative. Wer ohne Rücksicht auf die Ladezeit installiert und kombiniert, kann durchaus extreme Werte produzieren. Manche Kombinationen addieren Performance-Probleme nicht nur, sie multiplizieren sie.

Warum verlangsamen Themes und Plugins überhaupt?

„Langsam“ heißt nicht automatisch „schlecht programmiert“. Das ist nur einer von mehreren Gründen, und oft nicht der wichtigste. Sinnvoll ist, sie zu trennen, denn sie verlangen völlig unterschiedliche Reaktionen. Bei Themes wie bei Plugins laufen sie auf vier Ursachen hinaus.

  1. Ein Theme oder Plugin, das mit „alles inklusive“ wirbt, verkauft sich besser als ein schlanker Spezialist. Der Markt belohnt lange Feature-Listen, und deshalb sind viele Topseller vollgepackt, ganz gleich, ob der einzelne Käufer den Umfang braucht. Ein guter Teil des Ballasts in einer typischen Installation ist Funktionalität, die niemand nutzt.
  2. Manche können und machen wirklich viel. Sie sind schwer, weil sie viel leisten. Ein Page Builder (wenn benötigt), ein Verzeichnis oder ein Shop erledigt echte Arbeit. Ein Teil davon ist dynamisch oder personalisiert. Diese Last ist kein Fehler, sondern der Preis der Funktion. Wer sie braucht, zahlt ihn.
  3. Manche sind ohne Rücksicht auf Performance gebaut. Ein Theme oder Plugin kann tadellos funktionieren und trotzdem ohne einen Gedanken an die Ladezeit entstanden sein. Es lädt sein CSS und JavaScript auf jeder Seite, schleppt Schriften und Bibliotheken mit, die es kaum nutzt, und macht mehr Datenbankabfragen als nötig. Der Code ist nicht kaputt, an Tempo hat nur niemand gedacht. Das ist weit verbreitet und, anders als echte Leistung, vollständig vermeidbar.
  4. Und manche sind schlicht schlecht gemacht: ineffizient, unnötig aufgebläht, chaotisch. Hier gibt es nichts abzuwägen, sie gehören auf keine Website.

Deshalb ist „Ist das langsam?“ die falsche Frage an ein Theme oder Plugin. Die richtigen lauten: Tut es das, was diese Website braucht? Wurde es mit Blick auf Performance gebaut? Gewicht aus einer Leistung, die man wirklich nutzt, ist ein fairer Handel. Gewicht aus ungenutzten Features, aus achtloser Programmierung oder aus schlechter Qualität ist es nicht. Genau da geraten Kombinationen außer Kontrolle, weil sich ungenutzte Funktionen, unkoordinierte Ressourcen und Arbeit pro Aufruf übereinanderstapeln.

Optimieren oder austauschen?

Auch eine langsame Website lässt sich in den meisten Fällen auf ein normales Maß bringen: Caching, Minifizieren von CSS und JavaScript, Bildoptimierung, Lazy Loading, gutes Hosting oder ein CDN holen viel heraus, ohne die Plugins selbst anzufassen.

In seltenen Fällen stößt die Optimierung aber an eine Grenze. Dann sollte man den oder die Übeltäter austauschen.

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